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KI – Datenmodell und Ergebnis

Ich habe einen Prompt verwendet:

„Generiere ein Gemälde im Stil von Franz Marc, das den Tod zeigt, der im Sessel sitzt und eine Irokesenfrisur trägt, während er Geige spielt. Betone die lebendigen Farben und die expressive Darstellung des Todes, um eine ungewöhnliche und faszinierende Szene zu erschaffen, die Marc’s einzigartigen Stil widerspiegelt.“

bzw. in Englisch:

„Generate a painting in the style of Franz Marc depicting Death seated in a chair, sporting a Mohawk hairstyle, while playing the violin. Emphasize the vibrant colors and expressive portrayal of Death to create an unusual and captivating scene that reflects Marc’s unique style.“

Mit diesem Prompt habe ich ich nun verschiedene Datenmodelle generativer Bild-KI gefüttert. Die Resultate sind erstaunlich verschieden.

Stable Diffusion XL
Dyna Vision XL
Realistic Vision 5.1
Copax Timeless XL v. 5
Think Diffusion XL

Der Tod als Motiv mit der besonderen Frisur ist jedesmal ziemlich gut getroffen. Das Geigenspiel dagegen scheint ein ziemlich großes Problem darzustellen. Malstil und Farben nach Franz Marc passen sehr gut.

Datenschutztag

Seit 1981 begehen wir den Europäischen Datenschutztag am 28. Januar. Warum? Am 28. Januar 1981 beschloss der Europarat das Übereinkommen Nr. 108 „zum Schutz des Menschen bei der automatischen Verarbeitung personenbezogener Daten“. Ziel war und ist es immer noch, die Grundrechte Betroffener bei automatisierter Verarbeitung personenbezogener Daten zu sichern und zu stärken.

Aktuell sehe ich drei große Probleme, vor denen der Datenschutz steht.

Problem 1: Informationelle Selbstbestimmung

Das Abwägen zwischen Bequemlichkeit und den Schutz eigener Daten, der eigenen digitalen Identität führt leider zu oft zu Entscheidungen in Richtung Bequemlichkeit. Cookies ablehnen ist leider immer noch zu häufig aufwendiger, als sie einfach nur schnell zu akzeptieren. Der Einsatz nicht datenschutzgerechter Werkzeuge ist allgemein anerkannt, auch wenn es sehr wohl datenschutzgerechte Lösungen gäbe. Die Hemmschwelle, auf Social-Media-Plattformen auch jedes noch so intime Detail zu posten, ist ungebremst niedrig. Und Bildung tut immer noch zu wenig, um Kompetenzen zur informationellen Selbstbestimmung bei Jugendlichen (und auch schon bei Kindern) zu stärken.

Problem 2: Unsere Daten sind unsicher

Immer noch gelingt es zu oft Kriminellen, an personenbezogene Daten zu gelangen. Der IT-Governance-Blog geht von über 8 Mrd. geleakten Datensätzen alleine 2023 aus. Hier werden zu sehr die Betroffen in die Pflicht genommen. Doch wo bleiben die Pflichten der Verantwortlichen, personenbezogene Daten vor Angriffen zu schützen?

Problem 3: KI

Bei aller Begeisterung für generative KI muss die Frage nach dem Schutz von Privatsphäre gestellt werden. Welche Daten werden als Trainingsdaten verwendet? Wie trainiert mein eigenes Nutzerverhalten eine KI und wie stehen die so gewonnenen Daten der Allgemeinheit zur Verfügung?

Wie nutzen wir KI global betrachtet?

Antwort auf diese Frage kann beispielsweise die KI-Industrieanalyse geben. Hier die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

ChatGPT ist das mit Abstand am häufigsten genutzte KI-Tool, gefolgt von Character.AI und Bard.

Quelle: https://writerbuddy-wp.s3.amazonaws.com/writer-buddy/20231113110759/50-most-visited-AI-tools-2023-by-writerbuddy.ai-1.png

Nach Mai 2023 sind die Zugriffe leicht gesunken. Ich glaube nicht an eine Übersättigung. Gründe können eher nationalstaatliche Regulierungen sein.

Bildgeneratoren gehören dabei zu denjenigen Tools mit den größten Nutzerverlusten.

Deutschland ist auf Platz 8 bei den Nutzerzugriffen. Die Liste wird von den USA, Indien und Indonesien angeführt.

Quelle: https://writerbuddy-wp.s3.amazonaws.com/writer-buddy/20231130064445/Top-20-Countries-With-the-Most-AI-Users-1024×985-1.png

Fast zwei Drittel aller KI-Nutzer weltweit greifen mit mobilen Endgeräten auf KI-Tools zu.

Etwas mehr als zwei Drittel aller Nutzer sind männlich.

Mein Fazit: Wir stehen immer noch am Beginn einer spannenden und revolutionären Entwicklung. Die Frage steht im Raum, wie man diese Entwicklung regulatorisch begleiten sollte. Chatbots und Bildgeneratoren werden bald zu den „alten“ Eisen gehören und neue Anwendungen treten in den Fokus.

KI wird immer leistungsfähiger

An generative KI haben wir uns inzwischen gewöhnt. Wir lassen uns Texte und Bilder erstellen, Videos erzeugen und Musik generieren. Doch jetzt geht KI noch einen Schritt weiter.

Forschende an der Eidgenössischen Technischen Hochschule stellen eine KI vor, die plant, vorausschaut und feinmotorisch sehr gut drauf ist.

Eine Kombination aus KI und Roboter lernt, mit einem Geschicklichkeitsspiel umzugehen. Und das tut sie besser, als jeder Mensch. Dabei muss eine Kugel durch ein Labyrinth von einem Startpunkt zum Ziel bewegt werden, ohne in die Löcher auf dem Weg zu fallen.

Wie Menschen lernt die KI durch Erfahrung, wird mit jeder Runde besser und erkennt zunehmend Abkürzungen.

Der EU-AI-Act

Seit 2021 ringt der europäische Gesetzgeber um einen Entwurf für ein KI regulierendes Gesetz. Nun liegt ein finaler Vorschlag auf dem Tisch (Vorschlag, Anlagen).

Mit getimg.ai erzeugt

Am 8. Dezember diesen Jahres hat man sich nun auf einen sehr umfassenden, vielleicht den umfassendsten Text überhaupt zu diesem Thema, geeinigt.

Die vorgesehenen Auflagen und Einschränkungen orientieren sich an Risikoklassen. Als hochriskant werden beispielsweise KI eingestuft, die Entscheidungen mit Auswirkungen für Menschen treffen (Bewerberanalysen, Antragsprüfungen…). Hier muss der Nachweis erbracht werden, dass die verwendeten Trainingsdaten nicht zu Nachteilen führen. Gesichtserkennung in öffentlichen Bereichen wird zwar verboten. Allerdings wurden gerade in diesem sensiblen Bereich viele Ausnahmen aufgenommen (Strafverfolgung bzw. Strafvereitelung bei Mord, Entführung, Terrorismus).

Der endgültige Text liegt noch nicht vor. Welche Fassung genau verabschiedet wird, bleibt abzuwarten. Der Vorstoß der EU in Richtung einer Regulierung ist trotzdem richtungsweisend.

KI ist ungerecht – nicht mehr lange

KI kostet Geld. Momentan gibt es kaum Möglichkeiten, KI-Systeme kostenfrei vollumfänglich zu nutzen. Meta und IBM haben deshalb gemeinsam mit mehr als 50 Gründungsmitgliedern eine weltumspannende KI-Allianz gegründet. Aus Deutschland ist die TU München mit am Start. Zu den Zielen der Allianz zählen unter Anderem: offene Modelle entsprechend des Open-Source-Gedankens etablieren, Standards für Sicherheit und Vertrauen bestimmen sowie eine offene Entwicklung vorantreiben.

Keine Bachelor-Arbeiten mehr?

Ja! Die Betriebswirtschaftliche Fakultät der Wirtschaftsuni in Prag hat mit Beginn des neuen Studienjahres für alle Neuimmatrikulationen die Bachelor-Arbeiten abgeschafft (hier und hier). Und die KI ist schuld.

Die Argumente gegen Bachelor-Arbeiten in diesem Wissenschaftszweig sind so einfach, wie sie nachvollziehbar sind: Generative Text-KI erzeugt heute Ergebnisse, die von Studienarbeiten nicht mehr unterscheidbar sind. Die Leistungen von Studierenden müssen neu überdacht werden.

Sehr spannend ist in diesem Zusammenhang auch das Interview von Heise Online mit Robert Lepenies, Präsident der Karlsruher Karlshochschule.

Buch-Tip „Künstliche Intelligenz – das Ende der Kunst?“

Das Buch von Catrin Misselhorn ist super geeignet für alle, die sich sowohl für Kunst, als auch für KI und für Philosophie interessieren.

Was ist Kunst und was bedeutet das im Zeitalter wachsender generativer KI?

KI-Kunst wird hier verstanden als Kunst, die KI als Mittel benutzt. Das schließt maschinelles Lernen ein. Es entstehen Werke, die nicht mehr mit dem traditionellen Werkbegriff beschrieben werden können. Beim Hervorbringen selbst spielt der Mensch keine Rolle mehr.

Beispiele

KI erzeugt mehr Fotos als in der Geschichte der Fotografie bisher insgesamt

Fotografie als Medienart feiert bald ihren 200. Geburtstag. Lässt man die Anfangsjahre außer Betracht, so kommt man zu einem erstaunlichen Ergebnis: Mit KI wurden in den letzten Monaten mehr Fotos erzeugt, als in der gesamten Geschichte der Fotografie bisher (Quelle). Mehr als 15 Mrd. Bilder kommen, verteilt auf verschiedene Anbieter, da zusammen. Wahnsinn!

Quelle: Bild siehe oben, Daten im Bild angegeben